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Orforglipron: Großbritannien genehmigt erste GLP-1-Tablette Europas

Modernistische Illustration einer Fachperson mit einer oralen Tablette und dem Weg vom Labor zur Apotheke.

Foundayo von Eli Lilly erhält die britische Zulassung zur Gewichtskontrolle und bei Typ-2-Diabetes

Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat Orforglipron (Foundayo) von Eli Lilly am 10. August 2026 zugelassen. Damit ist das Vereinigte Königreich das erste Land in Europa, das den einmal täglich einzunehmenden oralen GLP-1-Rezeptoragonisten für die Gewichtskontrolle und die Behandlung von Typ-2-Diabetes genehmigt hat.

Oraler GLP-1-Wirkstoff ohne Injektion

Orforglipron ist ein niedermolekularer, nicht peptidischer GLP-1-Rezeptoragonist. Anders als bekannte injizierbare Präparate wird Foundayo als Tablette eingenommen. Nach Angaben der MHRA kann die Einnahme zu jeder Tageszeit und ohne Vorgaben zu Mahlzeiten oder Wasser erfolgen. Die Behandlung beginnt mit einer niedrigen Dosis und wird schrittweise gesteigert.

Für Gewichtskontrolle und Typ-2-Diabetes zugelassen

In Großbritannien darf Orforglipron ergänzend zu kalorienreduzierter Ernährung und mehr körperlicher Aktivität zur Gewichtsabnahme und Gewichtsstabilisierung bei Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index ab 30 eingesetzt werden. Die Zulassung umfasst außerdem Erwachsene mit einem BMI zwischen 27 und 30, wenn mindestens eine gewichtsbedingte Begleiterkrankung vorliegt. Darüber hinaus ist das Arzneimittel zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei unzureichend eingestelltem Typ-2-Diabetes zugelassen.

Europäische Premiere, aber keine EU-Zulassung

Die Entscheidung gilt zunächst für das Vereinigte Königreich. Sie ist nicht mit einer Zulassung durch die Europäische Kommission für den Europäischen Wirtschaftsraum gleichzusetzen. Dennoch markiert sie einen wichtigen regulatorischen Schritt: Erstmals steht in Europa eine zugelassene orale GLP-1-Therapie von Eli Lilly für Gewichtsmanagement und Typ-2-Diabetes bereit.

Verschreibungspflichtig und noch nicht im NHS

Foundayo ist verschreibungspflichtig. Nach Mitteilung der MHRA ist das Präparat derzeit noch nicht über den britischen National Health Service erhältlich; über einen möglichen Einsatz im NHS wird nach den üblichen Bewertungsverfahren, einschließlich einer Prüfung durch NICE, entschieden. Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen zählen Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen.

Relevanz für Apotheken und Pharmamarkt

Die britische Zulassung erweitert den Wettbewerb im schnell wachsenden GLP-1-Markt um eine orale Darreichungsform. Für Apotheken, Großhandel und Hersteller rücken nun Markteinführung, Verfügbarkeit, Erstattungsentscheidungen und mögliche weitere europäische Zulassungsverfahren in den Fokus. Die Abgabe darf ausschließlich auf ärztliche Verordnung über registrierte Apotheken erfolgen.

Redaktionell neu erstellt auf Basis der verlinkten Primärquelle. Primärquelle ↗